Holz fasziniert uns. Es riecht angenehm, fühlt sich warm und weich an und sieht mit seinen unterschiedlichen Farben und Maserungen ansprechend aus. Immer mehr Menschen setzen deswegen beim Bauen
auf den Baustoff Holz. Doch Fertighäuser in Holzständerbauweise sind zwar schnell errichtet, vermitteln aber am Ende nichts mehr von dem Naturstoff Holz.
Holzfertighäuser werden aus vorgefertigten Wandelelementen, Decken- und Dachelementen, die in der Werkhalle hergestellt, auf die Baustelle transportiert und dort zusammengebaut werden. In der Regel ist nur die Außenschalung mit dünnen Brettern und die tragende Konstruktion des Fertighauses nach Statik aus Holz. Für ein Holzfertighaus in Holztafelbauweise mit einer durchschnittlichen Größe von ca. 130 m² wird nur 25 m³ (ca. 11.750 kg, Fichte) - 35 m³ (16.450 kg, Fichte) Holz eingebaut.
In den Wänden der Fertighäuser befinden sich häufig kunststoffbasierte Dämmstoffe aus Polystyrol, Mineral- oder Steinwolle als Dämmstoff. Die Innenseite wird mit preiswerten Holzwerkstoff- oder Gipsfaserplatten beplankt. Für eine gute Dämmwirkung der Außenwand sorgen künstliche, nicht recycelbare, kostengünstige Dämmstoffe. Im Vordergrund stehen die Energieeffizienz und Fördergelder, nicht die Ökologie und gesundes Wohnen.
Im Holzhausbau werden häufig die Häuser in Ständerbauweise mit dünnen Bohlen verschalt. Diese Bauweise mit Blockhausoptik hat wenig mit den Konstruktionen der langlebigen Wohnhäuser in echter Blockbauweise zu tun.
Echte Blockhäuser mit dicken massiven einschaligen Holzwänden hingegen bewahren den Charakter des Baumaterials und lassen uns im Alltag wieder mehr Natur spüren. So ist es nicht verwunderlich, dass sich diese Häuser immer größerer Beliebtheit erfreuen. Dabei geht es nicht nur um den ländlichen Charakter, der zugegebenermaßen seinen ganz eigenen Charme hat. Was genau ein echtes Blockhaus ist, worauf Sie bei der Planung achten müssen und warum Sie jetzt schon an Barrierefreiheit denken sollten, haben wir für Sie in diesem Beitrag zusammengefasst.
Ökologische einschalige Blockbauweise
Das Baumaterial der Wohnhäuser in echter Blockbauweise ist fast ausschließlich Holz. In den Allergiker freundlichen Wandkonstruktionen werden keine feuchteempfindlichen mineral- oder ölhaltigen Wärmedämmungen eingebaut.
Ein Wohnblockhaus – auch Typenhaus – ist in der Regel immer ein Einzelstück, das bei Einzelfertigung nur einmal produziert wird.
Rundbohlenhaus
Massivholzhaus
Naturstammhaus
Holzhäuser mit Ständerwerk - Holzhäuser mit Blockhausoptik
meistens mit sehr wenig hochwertiges Holz und viel preiswertes feuchteempfindliches Dämmmaterial. Die dünnen Vollholzbohlen neigen zu Rissbildung und Verziehen. Es fehlen in der Regel die dem Blockhausbau typischen, Holznagel, aussteifende Kreuzecken und Stützhölzer, die ein seitliches Beulen und Ausbrechen der Außenwände der dünnen Konstruktion aus Vollholz verhindern.
Blockhausoptik - Beispiele von Häusern mit wenig Holz und viel Wärmedämmung
Dünne Blockbohlen für kleine Nebengebäude
Gartenhaus
Die dünnen Bohlen aus Vollholz von 40 bis 95 mm Stärke sind meistens Baumaterial von Gartenhäusern und kleinen Nebengebäuden, die in Serie als Massenware produziert werden.
Doppelblock
Diese Doppelblock Wandkonstruktion hat gute rechnerische U-Werte durch viel preiswerte Dämmung. Eine U-Wert sagt aber nichts über die Qualität der eingebauten Baustoffe, Holzqualität, Konstruktionen und Ausführung aus.
Starke Verschiebungen der Doppelblockwände in Vertikalrichtung zwischen unbelasteten und belasteten inneren und äußeren Wandscheiben von 5 bis zu 9 cm je nach Blockbohlenart. Die geringe Formstabilität des Baumaterials führt mit der Zeit zu undichten Wandkonstruktion und Schäden in der Dämmebene.
Die Ausführung von Häuser mit aufwändigen Grundrissen und exklusiver Architektur solle mit dieser Doppelblock Bauweise nicht ausgeführt werden.
Jeder Hersteller kann diese Konstruktion problemlos planen und Bauteile produzieren, aber erfahrene qualitätsbewusste Hersteller raten den Bauherren von dieser Konstruktion ab.
Was sind echte Blockhäuser?
Ein Blockhaus ist ein Holzbau, das aus einzelnen dicken Vollholz- oder Massivholzbalken errichtet wird. Vollholz ist naturbedingt anfällig für Rissbildung und Verziehen. Massivholzbalken aus fast rissfreiem Leimholz gewährleisten im Blockhausbau eine sehr hohe Formstabilität und Passgenauigkeit. Die Blockbohlen können entweder rund oder kantig bearbeitet werden. Übereinandergestapelt, mit Holznageln und Spannstangen fixiert, in den Außenecken und Kreuzecken verzahnt ergeben sie die Wände des Hauses. In vielen ländlichen Gegenden, in Skandinavien und im alpinen Raum gehört der Holzblockbau zu einer der ältesten Bauformen und wird dort auch heute noch zur Errichtung von Häusern genutzt. z. B. in Finnland wird zurzeit fast jedes vierte Einfamilienhaus in massiver Blockbauweise gebaut - auch Schulen, Seniorenresidenzen und kommunale Kindergärten.
Für ein Wohnblockhaus in massiver Blockbauweise (Lamellenbalken aus Kiefernholz mit 275 mm Breite) mit einer durchschnittlichen Größe von ca. 130 m² wird ca. 44.000 - 66.000 kg Holz eingebaut.
Noch heute werden die Baumstämme von Naturstammhäusern nach alter Tradition einzeln per Hand bearbeitet und so genau wie möglich aufeinander abgestimmt. Dennoch ist es aufgrund von krummen Hölzern kaum möglich, ohne große Fugen zu arbeiten. Diese wurden früher mit Moos oder Lehm ausgestopft, damit die Gebäudehülle dicht war. Heute gibt es je nach Anbieter unterschiedliche Lösungen mit modernen Dichtungsmaterialien.
Seit 60er Jahren hat sich aber im Blockhausbau betreffend neue Techniken, Passgenauigkeit der Bauteile durch industrielle Produktion, Qualität, Wärmeschutz und Grundrissgestaltung große Fortschritte getan, sodass heute individuelle Häuser für Wohnzwecke in unterschiedlichsten Ausformulierungen bis zu extravaganten Architektenhäuser möglich sind.
Heute werden bevorzugt die Balken aus formstabilem Lamellenholz industriell passgenau aufbereitet, wodurch sich Präzision und Dichtheit der Wände enorm verbessert haben. Eine sorgfältige, luftdichte Montage der Holzbauteile von der Gebäudehülle auf der Blockhaus Baustelle spielt nach wie vor eine außerordentlich große Rolle.
Darauf müssen Sie achten
Damit ein Blockbau den heutigen Anforderungen nach GEG an Wärmeschutz, Luftdichtigkeit und Wohnkomfort gerecht wird, gibt es mehrere Möglichkeiten die Außenwände auszuführen.
- Blockbohlenhaus mit Thermowand: Die Blockbohlen selbst sind die Tragstruktur der Wandkonstruktion mit Thermowand, auf die entweder innen (Lamellenbalken mindestens 95 mm breit) oder außen (Lamellenbalken 95...135 mm je nach Hausgröße und Architektur) die weiteren Schichten wie Wärmedämmung, Fassaden- oder Innenwerkleidung angebracht werden. Die Verkleidung der Fassade oder Innenwand mit dem Blockpaneel entsprich die Blockhausoptik. Die Blockbohlen sind also nur von einer Seite sichtbar.
- Blockbohlenhaus mit Doppelblock: Ist die Blockhausoptik mit Blockbohlen von beiden Seiten gewünscht, werden zwei identische parallele Blockwände (meistens 95x170 mm) dicht aneinander aufgestellt und der Zwischenraum mit Dämmmaterial ausgefüllt. Diese Bauweise ist nur für ebenerdige Häuser mit einfacher Architektur zu empfehlen. Die Wände sollten statt Vollholzbohlen mit dauerhaft formstabilen Lamellenbalken errichtet werden. Auch für diese Konstruktion gilt, dass die Blockbohlen miteinander z.B. mit Holznageln und Spannstangen fixiert werden. Für die optimale, luftdichte Verbindung wird ein Dichtungsband in der Nut der Bohle, der Eckverkämmungen und Kreuzecken eingebaut. Wenig architektonische Freiheiten möglich.
- Langlebige Massivblockhäuser nach klassier oder moderner Ausführung: Einschalige Wandaufbau mit dicken fast setzungsfreien Lamellenbalken ohne feuchteempfindliche Dämmmaterialien und ohne Plastik bieten die höchste Qualität und Langlebigkeit der Konstruktionen im Blockhausbau. Auch individuelle Wohnhäuser von Rustikaler bis ultramoderne Architektur sind mühelos realisierbar.
Innenansichten der Wohnblockhäuser in massiver, einschaliger Blockbauweise. Blockbohlen aus 275 mm dicken Lamellenbalken aus Kiefernholz
Der Bauherr der Massivholzhäuser kann zwischen
- der modernen Architektur ohne sichtbaren Außen- und Kreuzecken oder
- der klassischen rustikalen Ausführung mit sichtbaren Außen- und Kreuzecken wählen,
- unterschiedliche Baumaterialien in dem Innenausbau können frei kombiniert werden.
- Wandbau ohne Plastik garantiert dauerhaft gute Raumluft und alle Vorzüge der ökologischen Blockbauweise bleiben erhalten.
Jede dieser Varianten erlaubt viele Möglichkeiten der Gestaltung. Machen Sie sich im Voraus Gedanken darüber, ob der Blockhauscharakter nur nach außen hin erkennbar sein soll oder auch im inneren fortgeführt werden soll.
Wandverkleidungen der Trennwände können ebenfalls aus Holz hergestellt werden und so den Stil des Hauses unterstreichen. Neben der Optik und dem Wohlfühlfaktor von Holz sind aber auch die Größe und Form der Räume für angenehmes Wohnen entscheidend. Ein logischer Aufbau des Grundrisses, der sich an den Möglichkeiten und Besonderheiten der Blockbauweise orientiert, ist essenziell. Dank dem heutigen Know-how der erfahrenen Hersteller und Statiker können große Räume mit offener Gestaltung realisiert werden. Für eine gelungene Durchführung eines Blockhausbaus spielen erfahrene Blockhausbauer eine bedeutende Rolle.
Barrierefreies Bauen mit Weitsicht
Wir wollen hier nicht auf Normen eingehen, die Barrierefreiheit für bestimmte Gebäude vorschreibt. Es soll um vorausschauendes Planen und komfortables Wohnen im Alter gehen. Daran sollte man nämlich bereits in jungen Jahren denken, bestenfalls bevor man sich ein eigenes Haus errichtet.
Die Entscheidung für einen Hausbau kommt nicht über Nacht, entsprechend sorgfältig sollte auch bei der Planung vorgegangen werden. Wenn man schon jetzt an mögliche spätere körperliche Einschränkungen denkt, kann man sich nicht nur viel Ärger, sondern vor allem auch viel Geld sparen. Denn barrierefrei planen und bauen ist günstiger, als später mühsam nachzurüsten. Oft sind spätere Veränderungen oder Einbauten wie Treppenlifte gar nicht möglich. Darüber hinaus sind nicht nur ältere Menschen auf Barrierefreiheit angewiesen. Auch in jungen Jahren kann es durch einen Unfall oder eine Krankheit dazu kommen, dass man plötzlich im Alltag Hilfe braucht.
Es macht also immer Sinn, das eigene Wohnhaus unabhängig von der Bauweise barrierefrei zu planen, doch worauf muss man dabei achten? Zunächst sind gewisse Mindestbreiten bei Türen und Durchgängen einzuhalten, außerdem sollte auf beiden Seiten der Tür genügend Platz zum Wenden und Rangieren mit einer Gehhilfe oder einem Rollstuhl sein. Denken Sie daran, dass die es sich bei den Angaben in der Norm nur um Mindestmaße handelt, die gerade so ausreichen. Ein großes Thema sind die Sanitärbereiche wie Bad und WC. Damit diese möglichst eigenständig benutzt werden können, ist ausreichend Platz vorzusehen. Eine ebenerdige Dusche ohne Schwelle ist im Übrigen nicht nur hilfreich, sondern sieht auch ausgesprochen elegant aus.
Die Lage der Räume ist in puncto Barrierefreiheit ebenfalls ein entscheidendes Kriterium. Blockhäuser bieten sich sowohl für eingeschossige Bauten als auch für mehrgeschossige Wohnhäuser an. In einem Bungalow liegen alle Räume in einer Ebene, sodass das Haus in dieser Hinsicht ohne Änderungen altersgerecht funktioniert. Werden jedoch mehr Räume benötigt und das Haus somit zweigeschossig ausgeführt, sollten zumindest ein Schlafzimmer und ein Badezimmer im Erdgeschoss liegen. Das spart die späteren Umbauten und Installation eines Treppenlifts.
Das macht ein Blockhaus aus
Sich ein Wohnblockhaus planen zu lassen bedeutet nicht nur einen bestimmten Stil haben zu wollen. Neben dem ländlichen Charakter und der Ursprünglichkeit, die ein solches Haus ausstrahlt, ermöglicht das Wohnen darin Naturverbundenheit. Umgeben von Holz nimmt man nicht nur optisch die schönen Farben der unterschiedlichen Holzarten war, man spürt auch die Wärme und Maserung des Materials. Ein angenehmer Holzgeruch und gute Raumluft in massiver Blockbauweise ohne Plastik lässt uns nachweislich zur Ruhe kommen. Dabei lässt sich besonders in individuellen Häusern in Blockbauweise Barrierefreiheit wunderbar integrieren, sodass das Gebäude bis ins hohe Alter problemlos bewohnt werden kann.
Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit immo-zentrum.de erstellt. Als Immobilienmakler ist immo-zentrum.de in folgenden Bereichen tätig: Immobilien, Neubauvorhaben und Baufinanzierung.
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